Erste Erwähnung des Ungergebietes als Wintersportplatz mit vorzüglicher Kurvenrodelbahn und günstigem Skifahrterrain in der Festschrift zum 25-jährigen Bestehens des Ungerturmes.
RUGISWALDE
Chronik
Die Geschichte des Skisports und des Skiclubs in Rugiswalde.
Vom Wintersportplatz zum Skiclub
Die Rugiswalder Vereinsgeschichte reicht weit vor die formelle Vereinsgründung zurück. Historische Aufzeichnungen dokumentieren den Skisport am Unger, den Aufbau des Nordhangs, den ersten Schlepplift und die Entwicklung des Nachwuchs- und Wettkampfsports.
Die folgende Chronik übernimmt den überlieferten Stand der bisherigen Vereinsseite vollständig.
Meilensteine von 1910 bis 2026
Erwähnung im Nachruf an Dr. Glaß, dass der 1913 aus Johanngeorgenstadt nach Neustadt versetzte Amtsgerichtsrat und Mitglied des Gebirgsvereins Sächsische Schweiz mit der Ortsgruppe Neustadt die ersten Skiwettkämpfe an den Hängen des Unger ausrichtete. „Wenn es uns gelingt, in seinem Sinne weiter zu arbeiten, so wird die Saat, die er ausgestreut hat, Frucht tragen, wie er es wünscht.“
Der Lehrer Hans Schreiter berichtet in „Die Pflege der Leibesübungen“ im 1848 gegründeten Neustädter Turnverein. Hier wird berichtet, dass die Skiabteilung des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz, Ortsgruppe Neustadt, Anfängern Unterricht in der schönen Kunst des Skilaufes gibt. „Daß Neustadt in seiner Umgebung für den Schneeschuhlauf wohl geeignetes Gelände aufzuweisen hat, zeigte das letzte Wintersportfest auf dem Unger, zu dem sich eine stattliche Anzahl fremder Läufer eingefunden hatte.“ Auch ist von der Bereitstellung von Schneeschuhen für die Schuljugend bereits die Rede.
Persönliche Aufzeichnungen von Kurt Dietel berichten von Training und Kreismeisterschaften am Unger in Langlauf, Abfahrtslauf und Torlauf. Die Abteilung Wandern und Bergsteigen des Sportvereins Neustadt unternimmt regelmäßig Skitouren auf den Unger. Hauptakteure sind Kurt Dietel, Gottfried Hohlfeld, Heinz Martin, Herbert Kalbas, Egon Paufler und Walter Pfeiffer. Zeitgleich sammeln sich unter dem Vorsitzenden des Stolpener Sportvereins Karl Sommer eine Reihe von Ski-Enthusiasten wie Werner Riedl und Christian Werner sowie die bereits am „Nordhang“ abfahrenden Skisportler aus Rugiswalde.
Gründung der Sektion Ski in der Sportgemeinschaft Stolpen. Gründungsmitglieder waren Karl Sommer, Werner Riedl, Christian Werner, F. Kühnel und Spfr. Grünberger. Erster Sektionsleiter wurde Spfr. Karl Sommer.
Skitruppe um Kurt Dietel: erste Abfahrten am Nordhang in Rugiswalde, weiter unter der Abteilung Wandern und Bergsteigen.
Beginn des alpinen Trainings am Nordhang mit der Sportgruppe um W. Riedl. Beteiligung an auswärtigen alpinen Wettkämpfen, z. B. Bezirksmeisterschaften in Waltersdorf.
Gründung der BSG Einheit Neustadt aus Motor Neustadt und SGN.
28.09. gemeinsame Besichtigung einer neuen Unger-Abfahrt an der Nordseite, Ziehweg zur Forstwiese, durch Werner Riedl und Kurt Dietel.
11.12. und 17.12. gemeinsame Arbeitseinsätze an der neuen Unger-Abfahrt durch Werner Riedl, Kurt Dietel und weitere vier Sportfreunde.
15.01. Kreismeisterschaften auf der alten südlichen Unger-Abfahrt im Riesenslalom und Abfahrtslauf.
Erster Skifasching am Nordhang in Rugiswalde und Ausklang in Michel´s Gasthaus. Spinnstunde: Man müsste doch auch irgendwie bergauf fahren können, anstatt dem ewigen Hochsteigen!?
Ausgabe April/1962 des Kulturspiegels mit dem Artikel „Einhängen, bitte!“: „Schon in nicht allzu ferner Zeit soll in puncto Komfort und Bequemlichkeit der erste Schritt auf dem Wege zum Weltniveau im Wintersport getan werden“. – Aprilscherz oder ernst gemeint?
Abfahrtstraining und Kreismeisterschaften auf der neuen Abfahrtstrecke am Unger (einige Beinbrüche!).
Inbetriebnahme des 1. Schleppliftes: Länge 175 m, Höhenunterschied 45 m auf der Ostseite des Nordhanges, dank der Initiativen von Werner Riedl, Alfred Schulze, Karl Sommer u. a. Seilwinde vom Kreisbaubetrieb, Seil vom Rat des Kreises, Strom von der Gemeinde, NAW-Aufbaustunden der Neustädter und Stolpener Sportfreunde mit Unterstützung der beiden Fortschrittwerke.
15. und 16.02. Volkssporttag mit öffentlichem Liftbetrieb und 1. offiziellem Abfahrtslauf am Nordhang in Rugiswalde. Am 23.02. erste Kreismeisterschaften im Abfahrtslauf (560 m, 2 Tore!) und Torlauf (32 Tore) am Nordhang in Rugiswalde. Sieger in der Abfahrt: Jochen Seifert (BSG Sebnitz), Bernd Arnold (Hohnstein), Rainer Loth (BSG Sebnitz), Werner Christian (Fortschritt Stolpen), Alfred Schulze (Neustadt). Sieger im Torlauf: Bernd Köhler (Rugiswalde), Bernd Arnold (Hohnstein), Werner Riedl (Fortschritt Stolpen), Wolfgang Kaniok (Sebnitz), Max Endler (BSG Sebnitz).
Gründung der Sektion Ski-alpin der BSG Einheit Neustadt, erster Sektionsleiter: Klaus Urban.
Verlängerung des Schleppliftes auf 250 m und Verlagerung auf die Westseite des Nordhanges auf die heutige Trasse. Besuch des Bezirkstrainers Rochus Wagner in Rugiswalde und Erklärung von Rugiswalde zu einem künftigen Leistungszentrum für den alpinen Nachwuchssport im Bezirk Dresden neben Waltersdorf und Oberbärenburg. Erste gemeinsame Trainingsaktivitäten von Fortschritt Stolpen und Fortschritt Neustadt, Schlittern, Slalomläufe und Skilehrgänge. Jährliche Trainingslager der Neustädter in der Jugendherberge auf dem Gipfel des Inselsberges in Thüringen beim befreundeten Club von Tabarz.
Errichtung der ersten Beleuchtungsanlage am Nordhang von Rugiswalde durch die Sportler des Neustädter und des Stolpener Vereins. 7 ausrangierte Straßen-Peitschen-HQL-Strahler auf 220 m Länge, ca. 700 NAW-Stunden, mit Unterstützung durch den Rat der Stadt Neustadt, Tiefbau Dresden sowie die Gemeinde Rugiswalde als Rechtsträger für die Gesamtanlage.
Erstes Bezirksranglistenrennen in Rugiswalde.
Bisher längster und schneereichster Winter! Skifahren vom 01.12.1969 bis 17.04.1970 möglich. Skifahrer aus Uhyst das erste Mal in Rugiswalde.
Erstmals schlägt die Sebnitzer Kreisauswahl im alpinen Bereich Zittau (Waltersdorf) in der Punktewertung bei einer Bezirksspartakiade. Intensive Pflege der Kontakte zu Partner-Skiclubs in Sklarska Poreba und Snietzka Karpacz.
Fertigstellung der 2. Wettkampfstrecke am hinteren Hang in Rugiswalde, 700 m Streckenlänge, Höhenunterschied 140 m. Erste Bezirksmeisterschaften Ski-alpin in Rugiswalde.
Fortsetzung der schlechten Winterserie mit Rasenschlittern, Sprungschanzentraining und Stangenlauf am Skihang. Erste Kontakte zu tschechischen Skiclubs in Jablonec, Nisa, Usti und Decin, Training und Wettkampfbeteiligung auf Kunststoffmatten.
Beginn mit dem Bau des Skiheimes in Rugiswalde, Talstraße 19.
Vereinigung der Ski-Sektionen der BSG Fortschritt Stolpen und BSG Fortschritt Neustadt zu einem Verein der BSG Fortschritt Neustadt. Vorsitzender Klaus Urban und Stellvertreter Werner Riedl.
Grünes Licht für die Investition eines Plastmattenhanges durch Fortschritt-Kombinatsdirektor Dr. Bernhard Thieme.
Konstruktion der ersten Werkzeuge für die deutsche F-Matte, maßgeblich beteiligt Erhard Unger (KVI Sebnitz) und Stenek Grahl (Decin).
Vorbereitung des vorderen Hanges für die Matte, Flächenaustausch mit ehemaligen „Mauern“, Rodung, Aufforstung, Einebnung und Gras ansäen.
Verlängerung des Skiliftes und der Beleuchtung bis zum 2. Querweg (späterer Mattenstart) auf eine Streckenlänge von 300 m und 80 m Höhendifferenz.
1. Mattenskihang der DDR in Rugiswalde: 50.000 Mattenelemente der KVI Sebnitz ergeben eine 250 m lange und 12 m breite Piste. Verknüpfen und Auslegen in VMI-Leistung aller Mitglieder.
Erstes Plastmattenkriterium als jährlicher Pokalslalom mit polnischer und tschechischer Beteiligung.
Fertigstellung und am 06.10.1981 feierliche Einweihung des Skiheimes Talstraße 19. 13.500 freiwillige VMI-Stunden der Vereinsmitglieder und Anwohner der Gemeinde Rugiswalde in 7 Jahren, 18 Übernachtungsmöglichkeiten, Clubraum, Küche, Duschen und Wachsraum.
Ersatz der mobilen landwirtschaftlichen Bewässerungsanlage für den Mattenhang von Gottfried Häntzschel durch eine stationäre Anlage mit unterer Pumpstation, Unterflur-Hangrohrleitung, oberem Tank und automatisch schwenkenden Sprühdüsen.
Rekonstruktion des öffentlichen Liftes zum Schlepplift mit Teleskop-Gehängen. Beginn des Baus eines neuen massiven Lifthauses mit Garage für Pistenraupe, beheiztem Kassiererraum, Aufenthaltsraum und Toilette. Fertigstellung 1990.
Umgründung zum Skiclub Rugiswalde e.V. mit neuer eigener Satzung und Geschäftsordnung.
Mehr und mehr Erschließung des Alpenraumes zum Trainingsgebiet.
Kauf der 1. gebrauchten Schneekanone und Kettenraupe „NELLY“.
Ausrichtung der Sachsenmeisterschaften Schüler S10–S14 in Oberwiesenthal durch den Skiclub Rugiswalde e.V.
1. Rugiswalder Hiddelrennen in den AK 30 bis AK 70, weiter als jährlich ausgetragene offene Vereinsmeisterschaft für alle Klassen.
Investition in eine neue moderne Pistenraupe.
Ausrichtung der Sachsenmeisterschaften für Jugend, Damen und Herren im Spieljoch/Fügen im Zillertal durch den SC Rugiswalde e.V.
Der Skiclub spurt ab 2003 ca. 5 km doppelspurige Loipe um Rugiswalde zur Verbesserung des Tourismusangebotes im Skigebiet.
Erster Deutscher Meister des Vereins durch Astrid Sturm im Telemark.
Planung der Lifterweiterung und des Neubaus eines Vereinsgebäudes am vorderen „Nordhang“ in Rugiswalde.
Erste Flutlicht-Vereinsmeisterschaft am Rugiswalder Nordhang.
Erster FIS-Weltcup-Sieg durch Astrid Sturm im Telemark Classic-Sprint.
Rekonstruktion des öffentlichen Liftes zum Doppelanker-Schlepplift der Fa. Doppelmeyer mit moderner Kartenlesetechnik.
Eröffnung des Kinderschleppliftes am Fuße des Nordhanges aus Spenden der ostsächsischen Sparkasse.
Stilllegung des Hakenschleppliftes am hinteren Nordhang der ehemaligen Trainings- und Wettkampfstrecke.
Gründungsmitglied Werner Riedl gibt den Vereinsvorstandsvorsitz im Alter von 78 Jahren an Hans-Jürgen Nitsche ab.
Verbreiterung bis zur „Sturmröhre“ und Erweiterung der Flutlichtanlage auf beidseitige Hangbeleuchtung.
Bisher längster Winter! Skifahren bis zum 20.04.2013 möglich, dokumentierte letzte Abfahrt durch Ute und Peter Bürger.
Erster Osterpokal als Familienrennen. Wertung alle in einer Klasse Damen bzw. Herren als Gesamtvereins-Ranglistenrennen.
Baubeginn des neuen Mehrzweckgebäudes „Skischeune“ für Skiverleih, Vereinsraum, Imbiss und öffentliche Toiletten.
Rekonstruktion der Lifthütte zum modernen Technikgebäude mit Rechenbüro, Panoramafenster und zentralem Vereinsarchiv.
Erstes Rugiswalder „Hiddelhüttengaudi“ als Parallelslalom ausgetragenes Vereinsrennen.
Beginn des Neubaus der Pistenraupengarage oberhalb des neuen Mehrzweckgebäudes.
Fertigstellung des Mehrzweckgebäudes und Rekonstruktion der Lifthütte.
Erster Deutscher Meistertitel im Leistungssportbereich für Sachsen und den SC Rugiswalde im Slalom durch Severin Thiele und Platz 1 der DSV-Jahrgangsrangliste.
Fertigstellung der Pistenraupengarage mit Vorplatz und Zufahrt.
Einführung eines neuen Kassensystems mit neuem Rechner und neuem Durchtrittsystem von Access. Anschaffung von 3 Lanzen zur Beschneiung des vorderen Nordhanges.
Anschaffung eines neuen EC-Lesegerätes für die Liftkasse. Neues Liftseil aufgezogen.
40. Mattenpokalrennen ohne Ausfall seit 1979.
Kein Liftbetrieb wegen Corona-Virus-Epidemie. Verhandlungen mit der Stadtverwaltung Neustadt wegen Fortführung des Nutzungsvertrages. Am 22.10.2020 Einigung mit der Stadtverwaltung über die Fortführung des Liftbetriebes.
Falschinfo durch die SZ: „Dem Skilift droht das Aus!“
2021 und 2022 weitere Beschränkungen des Liftbetriebes durch Corona.
Kooperationsvereinbarung „So geht sächsisch“ mit LSB.
Mit 27 Lifttagen ein guter Winter mit normalem Liftbetrieb für den Verein. Im Sommer Generalüberholung der Pistenraupe – neue Zuleitungen für Wasser, Elt und Luft für die Lanzen zur Beschneiung.
Neue Funkzeitmessung über Leader-Programm des Landkreises.
Winter 2024/2025 Rekordwinter mit 40 Schneetagen in Rugiswalde. Anschaffung neuer Prallmatten und Absperrzäune durch LSB-Förderprogramm.
Winter 2025/2026 wieder Rekordwinter mit 40 Schneetagen! Anschaffung von neuem Skimaterials und Schließfächer für den Skiverleih. Festveranstaltung 70 Jahre Skiclub Rugiswalde e.V. am 02. – 04.10.2026 in Rugiswalde